Unsere Punkte für eine bessere Innenstadt/Deutz

1. Stärkung der Rechte der Anwohnende

Wir wollen eine Stadt für alle, in der die unterschiedlichen Bedürfnisse der Menschen gesehen und ernst genommen werden. Dafür sind demokratische Werte wie Beteiligung wichtig. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Anwohnende ihren Stadtteil mitgestalten und in geplante Veränderungen und zukünftige Entwicklungen mit einbezogen werden. Denkbar wäre eine aktive Beteiligung der Anwohnenden zum Beispiel in Veedelsbeiräten oder Nachbarschaftstreffs.

Vor dem Hintergrund zahlreicher Großstadtbelastungen, sollen folgende Themen in den Fokus unserer Arbeit rücken: 

1.1 „Ballermannisierung“ stoppen (Klasse statt Masse!)

Köln hat sich in den vergangenen Jahren immer stärker zur Partystadt entwickelt.

Das Ausrichten von Großveranstaltungen in der Innenstadt hat sehr zu dieser Entwicklung beigetragen. Diesem lauten, alkoholgetriebenen Tourismus wollen wir entgegentreten, denn die zunehmende Ballermannisierung der Kölner Innenstadt schränkt die Lebensqualität der dort Wohnenden enorm ein.

Der Overtourism muss durch geeignete und effiziente Mittel deutlich reduziert werden, u. a. durch strenge Einhaltung von Lärmschutzauflagen oder restriktivere Maßnahmen zum Alkoholkonsum im öffentlichen Raum.

Zur Vermeidung des von Feiernden produzierten Abfalls könnte ein einheitliches Pfandsystem, ein „Müll-EURO, auf Glas, Dosen, Verpackungen und Pappbechern eingeführt werden.

1.2 Mehr Grün und mehr Entsiegelung von Flächen
(Bäume gegen die Hitze!)

Wir wollen zahlreiche grüne Oasen schaffen, das können Urban-Gardening-Projekte sein oder bepflanzte Baumscheiben, begrünte Hausfassaden, Gärten auf Dächern und Parkhäusern oder entsiegelte Innenhöfe. Angebote des gemeinschaftlichen Gärtnerns stärken den Zusammenhalt der Nachbarschaft und ermächtigen die Bewohner*innen eines Viertels, ihre Umgebung nach eigenen Wünschen gestalten zu können.

Bei der leider sich immer weiter aufheizenden Innenstadt/Deutz – der Klimawandel ist bereits jetzt in unserer Innenstadt deutlich spürbar – ist kühlendes Grün DAS Gegengift! Bäume, Brunnen & blühendes Grün sind die Hauptvoraussetzungen dafür, dass die Innenstadt zukünftig bewohnbar sein wird. Wir werden uns darum kümmern!

Die Folgen der Ballermannisierung (Vermüllung und Vandalismus) werden immer noch als nicht zu ändende Kollateralschäden in Kauf genommen. Wir fordern, dass Kölns Grünanlagen konsequent vor Feiernden geschützt werden.

1.3 Bezahlbares und sicheres Wohnen

Die mit der größten sozialen Frage verbundenen Herausforderungen, bezahlbares und sicheres Wohnen, nehmen wir sehr ernst. Wir unterstützen alle zivilgesellschaftlichen Gruppen, die sich für konstruktive und nachhaltige Lösungen einsetzen.

2. Verwahrlosung der Kölner Innenstadt beheben

Das Stadtbild Kölns muss deutlich verbessert werden. Mit den Einnahmen aus dem „Müll-EURO, einer Abgabe auf Einwegverpackungen, könnten die Straßenreinigung der AWB aufgestockt und Community-Projekte zur Müllvermeidung in den Veedeln unterstützt werden. Dies werden wir vom Gesetzgeber einfordern.

Ein gezieltes Kampagnenmanagement der AWB – zusammen mit der Stadtgesellschaft – könnte dazu beitragen, das Bewusstsein für einen nachhaltigen, umweltschonenden Umgang mit dem städtischen Lebensraum zu schärfen. Die Konzentration auf positive Stadtraumgestaltung durch urbane Kunst und deutlich mehr Begrünung auf Straßen, Plätzen und Hinterhöfen für ein Stadtbild der Zukunft ist essenziell. Die Vernetzung von z. B. Stadtmarketing und KölnBusiness mit Initiativen und Vereinen muss konsequent gefördert werden.

Wir setzten uns für Maßnahmen ein, die der Verwahrlosung der Innenstadt/Deutz entgegenwirken wie z.B. für die Stärkung der Anwohnerrechte, die Stabilisierung der sozialen Mischung oder stadtplanerisches Handeln, das das Gemeinwohl in den Mittelpunkt rückt.

3. Verelendung durch Drogen stoppen

Die Verelendung durch Drogen in unserer Stadt ist eine komplexe Herausforderung, die viele Aspekte umfasst, wie soziale Unterstützung, Gesundheitsversorgung und Prävention. Wir fordern die konsequente Übernahme des Züricher Vier-Säulen-Konzepts:

Prävention – Therapie – Schadensminderung – Repression/Regulierung.

4. Wohnungs- und Obdachlosigkeit bekämpfen

Vorhandene Konzepte wie die Einrichtung von Obdachlosenunterkünften greifen nicht ausreichend. Eine Vielzahl von Obdachlosen kämpft mit Suchterkrankungen. Ein Grund dafür kann der Wegfall des stabilisierenden Faktors Wohnen sein – DER existentielle Grundpfeiler unserer Gesellschaft. Es ist die eigene Wohnung, die das selbstbestimmte Leben ermöglicht. Wir machen uns für Konzepte stark, die auf die Bedürfnisse der betroffenen Menschen eingehen.

Deshalb setzen wir uns auch nachdrücklich für das „Housing First“-Modell ein. Zusätzlich fordern wir eine 100%ige städtische Gesellschaft – mit eigener Verwaltung – deren Ziel es ist Obdachlosigkeit zu beseitigen.